Europa-Union prämiert künstlerische Arbeiten / Goetheschüler Simon Kranz hat besten Einzelbeitrag abgeliefert

Wetzlar (lr). Erstmals hat der Kreisverband Lahn-Dill der Europa-Union Deutschland zwei Schülerwettbewerbe ausgeschrieben. Im Neuen Rathaus in Wetzlar konnte der Vorsitzende Sven Ringsdorf nun die Preise übergeben. In beiden Wettbewerben ging es nicht darum, den schönsten Aufsatz zu schreiben. Die Aufgabe war, das Thema Europa in künstlerischer Weise umzusetzen. Unter dem Titel „28 Sekunden Europa - Europa liegt mir am Herzen!“ hat der 18-jährige Schüler der Goetheschule in Wetzlar, Simon Kranz (Braunfels) den besten Video-Einzelbeitrag abgeliefert.

Die Europa-Union Lahn-Dill hat erstmals Grund- und Oberschüler für Arbeiten zum Thema Europa ausgezeichnet. Rechts der Vorsitzende Sven Ringsdorf.

Feierstunde zur Prämierung der Schülerarbeiten zum Thema Europa im Neuen Rathaus in Wetzlar.

Als bester Klassenbeitrag wurde der Film des Leistungskurses Politik und Wirtschaft der Schüler des Johanneum-Gymnasium Herborn mit Klassenlehrerin Martina Gerber belohnt. Die Klasser erhält eine Preis im Wert von 100 Euro, Kanz über 75 Euro. Das Video der Johanneums-Schüler ist nun auf dem neuen Youtube-Kanal der Europa-Union Lahn-Dill anzusehen.
Für die Grundschulen war ein Malwettbewerb ausgeschrieben. Den ersten Platz erreichte Patrice Lutter von der Ambachtalschule in Herborn-Burg. Den zweiten Platz holte sich seine Klasse mit ihrer Lehrerin Martina Feyer. Die Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse hatten insgesamt 15 Bilder eingereicht. Die gesamte Klasse erhielt einen Reise-Gutschein der Firma Gimmler-Reisen in Höhe von 125 Euro für den nächsten Klassenausflug und der Patrice Lutter zusätzlich einen Gutschein vom Sporthaus Kaps.

Nach Angaben von Ringsdorf wurden 100 Beiträge zu dem Wettbewerb eingereicht. Bei der feierlichen Prämierung sagte er im Blick auf die Europawahlen am 25. Mai: „Gemeinsam können wir ein Zeichen setzen“. Europa habe seine besten Zeiten noch vor sich.
Als langjähriges Mitglied der Europa-Union und heutiges Ehrenmitglied dankte Wetzlars Oberbürgermeiser Wolfram Dette (FDP) der überparteilichen Initiative für den Schülerwettbewerb, der das Thema Europa für die jungen Menschen fassbarer mache. Viele Schüler hatten neben dem Europazeichen auch das Friedenssymbol auf ihre Bilder gemalt. Dette erinnerte an den Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 und den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren. Inwzischen habe ein internationaler Geist in Europa Platz gegriffen und die Erbfeindschaft zwischen Deutschland und Frankreich besteht nicht mehr. Dabei erinnerte er an die Städtepartnerschaft Wetzlars mit Avignon, die seit 50 Jahren Bestand habe. Die europäische Einigung habe es möglich gemacht, dass nach dem Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs vor 25 Jahren Deutschland sich wiedervereinen konnte. Die politischen Bemühungen nach den beiden Weltkriegen haben nach Ansicht Dettes zur Gründung der Europäischen Union geführt. Sie helfe, dass es nicht wieder zum Krieg der Völker in Europa komme. Den Schülern berichtete der OB von der Zeit, als man nicht frei reisen konnte, über bedrückende Grenzerlebnisse mit Passkontrollen bei Reisen in den Osten, auch im deutsch-deutschen Grenzverkehr. Heute sei dies alles Vergangenheit und eine gemeinsame Währung, der Euro, Realität. Am 25. Mai bei der Europawahl, sollten die Bürger ein Zeichen setzen und Europa annehmen. Den Jugendlichen legte er es ans Herz, sich den Städtepartnerschaften zu widmen, von denen Wetzlar sechs zu ausländischen Kommunen unterhält.

Unter den Gästen konnte Ringsdorf auch den CDU-Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Irmer begrüßen sowie die französiche Generalkonsulin in Hessen. Sophie Laszlo, die die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernommen hatte. Die Repräsentantin Frankreichs wies darauf hin, dass die Zusammenarbeit zwischen Avignon und Wetzlar sehr lebendig sei und als Pionierpartnerschaft der deutsch-französischen Freundschaft gelte. Die deutsch-französische Versöhnung bilde das Fundament für die Vereinigung Europas und sei Basis für den wirtschaftlichen Wohlstand. Deutschland sei der erste Kunde und auch der erste Lieferant für Frankreich. Im vergangenen Jahr habe der Deutsche Export rund 100 Milliarden Euro ausgemacht, mehr als mit China. In ihrer Rede ging die Generalkonsulin auf die Entwicklung der Freundschaft nach dem Zweiten Weltkrieg ein, die sowohl auf einzelne Politiker als auch auf Institutionen basiere. Hier nannte sie auch die deutsch-französische Jugendbegegnung als Beispiel. Der Euro sei zum Erfolgsmodell geworden. Ihr Resümee: Ohne deutsch-französische Initiativen komme Europa nicht von der Stelle. Deutschland ist mit 81,9 Millionen Einwohnern der größte Staat in der 28 Länder umfassenden Union. Frankreich folgt mit 65,7 Millionen Einwohnern.