"Ihr dürft Eure Stimme für Europa abgeben, wir geben unser Leben!"

Europawochen: Hochbesetztes Panel im Vorfeld der Europawahlen 2024

Einen "Ritter" und zwei Spitzen-Diplomaten konnte Sven Ringsdorf (Wetzlar) als Vorsitzender der Europa-Union Lahn-Dill in der neuen Theodor-Heuss-Schule Wetzlar vor über 120 Oberstufenschülerinnen und Schülern, auch im Namen der Mit-Veranstalter, dem Kulturamt der Stadt Wetzlar, und der Hess. Landeszentrale für politische Bildung, begrüßen. 

Unter dem Titel "In & Out Europe" diskutierten 

- der Generalkonsul der Ukraine, Vadym Kostiuk,

- der Generalkonsul Irlands, Patrick Jaques,

sowie der bekannte Journalist, Autor und Kenner des Vereinigten Königreichs, Thomas Kielinger, 1995 durch die Queen zum Ehrenoffizier des British Empire ernannt, Fragen wie:

- Was heißt es Mitglied der EU zu sein?

- Was sind Voraussetzungen zum Beitritt?

- Warum sind die Briten ausgetreten?

- Wer tritt als nächstes bei?

Unter den 9 offiziellen Beitrittskandidaten befindet sich seit Kurzem auch die Ukraine, die seit über zwei Jahren unter dem Angriffskrieg Russlands zu leiden hat.

- Vadym Kostiuk stellte nicht nur seine Rolle und sein Land vor, sondern dankte für die überwältigende Unterstützung, die über 1 Mio. Geflüchtete in Deutschland erfuhren. In der Ukraine würden Europas Demokratie und Werte verteidigt, so Kostiuk. In Hinblick auf die Bedeutung der Europawahlen sagte er: "Sie dürfen Ihre Stimme für Europa abgeben, wir geben unser Leben!" Gänsehaut-Momente und großes Interesse seitens der Schülerinnen und Schüler!

- Thomas Kielinger zeigte auf, dass der BREXIT wohl der größte Fehler in der Geschichte des Vereinigten Königreichs gewesen sei. Die stolze Nation habe sich schon historisch nie zugehörig zum Kontinent gefühlt und nach 43 Jahren die Gemeinschaft verlassen. Eine Umfrage habe gezeigt, dass die Bevölkerung überhaupt nicht gewusst habe, was die EU sei und welche Tragweite ihre Fehlentscheidung nach sich ziehen würde. Die pro-europäische Jugend leide jetzt unter der Falschentscheidung. Ihr blieben Programme wie Erasmus oder Comenius verwehrt - freies Reisen in die EU sei auch nicht mehr möglich.

- Patrick Jacques, konnte aus Irland nach wie vor 90% positive Zustimmung zur EU vermelden. Als Irland vor 51 Jahren beigetreten sei, sei der Staat verarmt und konservativ gewesen, heute reich und modern. Irland habe von der EU profitiert. Neuen Beitrittskandidaten stehe man offen gegenüber. Auch andere sollten profitieren dürfen.

Dass der Beitrittsprozess konstruktiv begleitet werden müsse, einte das Panel: Auch die Einflüsse Russlands und Chinas z.B. auf Balkan-Staaten müsste bedacht werden. Ob die "Kopenhager Kriterien", die die Mindestvoraussetzungen für den Beitritt statuieren, für die Ukraine (wegen der Kriegssituation) angepasst werden müsste, werde gerade auf europäischer Ebene diskutiert.

Sven Ringsdorf schloss die Veranstaltung mit Dank an Schulleiterin Evelyn Benner und die anwesenden Schülerinnen und Schüler. Als Erstwähler zu den Europawahlen hätten sie es mit ihrer Stimme in der Hand, die europäische Demokratie zu stärken, in dem sie einer demokratischen Partei ihre Stimme schenkten.